Gewohnheiten aufbauen: Wie wir uns Habit Tracking vorstellen
Viele Gewohnheits-Apps erfordern mehr Aufwand, als sie eigentlich sollten. Das tägliche Eintragen wird selbst zur Hürde. Wir haben uns gefragt: Wie könnte ein Habit Tracking aussehen, das wirklich im Alltag funktioniert?
Hier ist, woran wir arbeiten.
Der erste Schritt: Eine kleine Gewohnheit
Der Verhaltensforcher BJ Fogg von Stanford hat etwas Interessantes herausgefunden: Gewohnheiten, die so klein sind, dass man sie kaum ablehnen kann, sind oft der bessere Startpunkt als ambitionierte Vorsätze.
Wenn du in feeldata eine Gewohnheit anlegst, führen wir dich durch ein paar Fragen statt dir einfach ein leeres Formular zu zeigen:
Was löst diese Gewohnheit aus? Gewohnheiten funktionieren besser, wenn sie an etwas Bestehendes geknüpft sind—zum Beispiel "nach dem Morgenkaffee" oder "wenn ich mich an den Schreibtisch setze".
Was ist die kleinste Version? Statt "täglich 10 Minuten meditieren" fragen wir: Was wäre die 30-Sekunden-Variante? Vielleicht drei tiefe Atemzüge. Den größeren Umfang kann man später aufbauen.
Am Ende steht ein Satz wie: "Wenn ich meinen Morgenkaffee beendet habe, mache ich 3 tiefe Atemzüge."
Dieses Format nennt sich Implementation Intention und hat in der Forschung gute Ergebnisse gezeigt. Statt sich auf Motivation zu verlassen, verknüpft man das neue Verhalten mit einem konkreten Auslöser.
Der tägliche Check-in
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Der tägliche Check-in sollte schnell gehen. Unsere Idee: Ein Tap pro Gewohnheit. Die Tagesansicht zeigt jede Gewohnheit als Karte mit dem Auslöser, der kleinen Handlung und dem aktuellen Streak.
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Nach dem Abhaken gibt es kurzes visuelles Feedback—eine kleine Animation, die den Abschluss bestätigt. Das klingt nach einem Detail, aber solches unmittelbares Feedback kann helfen, das Verhalten zu verankern.
Auf Mobilgeräten kann man auch nach rechts wischen statt zu tippen—das fühlt sich für manche flüssiger an.
Wenn alle Gewohnheiten des Tages abgehakt sind, gibt es eine kleine Feier.
Mit verpassten Tagen umgehen
Manchmal funktioniert es nicht—Reisen, Krankheit, ein vollgepackter Tag. Bei vielen Apps bedeutet das: Der Streak ist weg, alles auf Null.
Wir haben uns überlegt, wie man das freundlicher gestalten kann.
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Wenn du einen Tag verpasst hast, siehst du einen Hinweis, dass dein Streak gefährdet ist. Du kannst dann einen "Freeze" nutzen—davon gibt es ein paar pro Monat—oder den Streak einfach zurücksetzen lassen.
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Optional kannst du notieren, warum du die Gewohnheit verpasst hast. Das ist keine Kontrolle, sondern eine Möglichkeit zur Reflexion. Mit der Zeit können sich daraus Muster ergeben, die nützlich sind.
Meilensteine
Manche Tage sind besondere Punkte. Tag 7 ist oft der Moment, wo eine Handlung vertrauter wird. Bei Tag 21 beginnt sie sich wie Routine anzufühlen. Tag 66 wird in der Forschung oft als der Punkt genannt, ab dem Gewohnheiten automatischer werden.
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An diesen Punkten gibt es eine Feier und ein Badge. Das ist weniger Gamification als vielmehr ein Moment der Anerkennung: Du hast etwas Konkretes erreicht.
Die Badges sammeln sich in einer Übersicht, die man später anschauen kann.
Unser Designansatz
Bei jedem Feature fragen wir uns: Macht das die Nutzung angenehmer oder fügt es nur eine Funktion hinzu?
Ein paar Prinzipien, denen wir folgen:
- Animationen respektieren Systemeinstellungen. Wer auf seinem Gerät reduzierte Bewegung aktiviert hat, sieht angepasste Animationen.
- Große Touchbereiche. Interaktive Elemente sind mindestens 48 Pixel groß, damit man nicht zielen muss.
- Nicht nur Farbe. Zustände werden auch durch Icons und Text signalisiert, nicht nur durch Farbunterschiede.
Wie es weitergeht
Diese Flows sind gerade in Entwicklung. Die Komponenten, die du in den Screenshots siehst, sind bereits in unserem Design-System umgesetzt.
Das Ziel ist ein Habit Tracking, das sich in den Alltag einfügt statt ihn zu unterbrechen. Ob das gelingt, werden wir sehen.